
Steinzeit:
Klare Familienstrukturen waren nicht bekannt. Jeder war, sozusagen, mit jedem verwandt. In der großen Sippe war jeder für jeden verantwortlich und jeder hat auf jeden aufgepasst. Klare Rollenverteilungen waren jedoch vorhanden. Männer waren für die Jagd zuständig, Frauen für Essen, Kleidung und die Kinder.
Mittelalter:
Es ging nur um den besten Ruf. Da kam es schon mal vor, dass man seinen Cousin heiraten musste, nur damit man einen Prinz oder Von-und-zu mehr im Stammbaum nachweisen konnte. Ansonsten waren die Familien immer noch ziemlich groß, wohnten aber nicht mehr alle auf dem gleichen Fleck. Jedem gehörte ein anderes Schloß. Jedenfalls bei den Adeligen. Bei den Bauernfamilien sah die Sache schon ein bisschen anders aus. Sie mussten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang hart arbeiten. Selbst die Kinder mussten schon hart mitanpacken. Deshalb suchten die Eltern schon sehr früh einen Mann für ihre Mädchen, meistens aus besserem Hause, aus, um die Ausgaben etwas niedriger halten zu können. Da es Großfamilien waren, galt es, die Kinder entweder als Arbeitskraft einzuspannen oder zu verheiraten, damit sie selbst ein bisschen mehr Geld bekamen.
18. Jahrhundert:
Noch immer war es üblich, Verwandte zu heiraten. Eltern entschieden vieles für ihre Kinder, natürlich nur zu Gunsten der Kinder...Die Meinung eines Mannes war unanfechtbar. Frauen hatten damals so gut wie keine Rechte. Kinder in der Familie hatten auch nur einen untergeordneten Stellenwert, und wurden nicht als ein eigenständiges Wesen wahrgenommen. Die Identität des männlichen Kindes war stark vom Vater geprägt. Es lernte Verhaltensweisen und Fähigkeiten durch Imitieren. Die Mutter ist in erster Linie Gattin und hatte vor allem gesellschaftliche Verpflichtungen. Die Kinder wurden von den Bediensteten erzogen, dadurch war die Bindung zwischen Mutter und Kind nicht sehr ausgeprägt. Oftmals wurde in der Erziehung auch Gewalt angewandt, wenn die Kinder nicht das taten, was ihnen gesagt wurde.
19. Jahrhundert
Der Mann verdient das Geld, die Frau kümmert sich um den Haushalt und die Kinder. Diese klischeehafte Aussage kennen wir alle und die war damals knallharte Realität. Aber von solch einem Leben konnten viele nur träumen. Das Leben der Arbeiterfamilien sah nämlich so aus: Um nicht zu verhungern, mussten Männer und Frauen bis zu 16 Stunden täglich arbeiten. Die Erziehung der Kinder blieb oft auf der Strecke. Die schlechten Wohnbedingungen machten oftmals krank und viele Kinder starben schon sehr früh.
1850 – 1950:
Mit dem Wachstum der Städte, der Industrialisierung in Europa und der Entwicklung des Bürgertums seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand auch eine stark eingeschränkte Vorstellung der Familie als bürgerliche Kleinfamilie. Diese Vorstellung entwickelte sich bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, um dann folgendes Bild zu bieten: Hochzeit mit dem Partner, den man auch wirklich liebt. Eigene Kinder, die nicht nur für die Arbeit gebraucht werden und auch wirklich von den Eltern erzogen werden. Die traditionelle Rollenverteilung galt trotzdem noch. Vater als Haupternährer, besaß immer noch die höchste Autorität und die Mutter war für den Haushalt und die Kinder zuständig.
Heute:
Mittlerweile gibt es kein typisches Familienbild mehr. Die traditionelle Rollenverteilung gilt auch nicht mehr. Großfamilien, Alleinerziehende Mütter bzw. Väter, Tennie-Mamis, Patchwork-Familien, Unverheiratete, Kinderlose. Erlaubt ist, was gefällt.